2. Kapitel
Sonnenblumen
„Mir geht es gut und dir?“
„Ja mir auch, prima.“
„Ja, könnte bei mir nicht besser sein.“
„Bei mir auch nicht. Ja und das Wetter…“
„Ja, das Wetter ist wunderbar.“
„Ich mag die Sonne.“
„Wer mag sie nicht?“
„Vielleicht traurige Menschen.“
„Also, wir sind nicht traurig. Wir mögen ja die Sonne.“
„Richtig. Da kann man nicht traurig sein.“
„Nein, auf keinen Fall.“
„Ist man traurig, wenn man Blumen mag?“
„Ich glaube nicht.“
„Kommt vielleicht auf die Blumen an.“
„Sonnenblumen! Die mag jeder glückliche Mensch.“
„Wie wir.“
„Ja. Wie wir.“
„Hast du das von der Nachbarin gehört?“
„Soll sich ja umgebracht haben.“
„Ja, warum macht man sowas?“
„Weiß ich nicht.“
„Nee, ich auch nicht.“
„Heute kommt was Gutes im Fernsehen.“
„Was denn?“
„So eine Sendung über Wühlmäuse.“
„Putzige Tierchen.“
„Klein und unscheinbar.“
„Können sich gut verstecken.“
„Ich gucke lieber was anderes.“
„Warum?“
„Weiß nicht.“
„Ja, vielleicht gucke ich auch was anderes.“
„Vielleicht lese ich ein Buch.“
„Fernsehen macht eh dumm.“
„Stimmt, stimmt.“
„Was liest du denn gerade?“
„Mal dies, mal das.“
„Klingt gut.“
„Ja, solltest du auch probieren.“
„Ist schon ganzschön spät.“
„Ich weiß."
„Wir sollten auflegen.“
„Ja.“
„Ich mag eigentlich keine Sonnenblumen.“
„Ich auch nicht.“
„Ich weiß.“
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